Falkenorga



Autor Thema: Geschichten vom Waldesrand 1 - zwei in-time Texte  (Gelesen 1997 mal)

Offline Amhran

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Geschichten vom Waldesrand 1 - zwei in-time Texte
« am: 15.Dezember.2019, 20:07:56 »
Eine Geschichte vom Waldesrand

(formuliert von Dudi, Wakanda und (Name?, die Dame mit den Hörnern), aufgezeichnet von Wakanda)

Vor fünfzig Jahren frevelten die Menschen hier im Dorf und brachen das Versprechen, dass sie dem Herrn des Waldes gegeben hatten: den Heiligen Hain nicht zu betreten. Aber ihre Not war groß, denn sie hatten mehrere schlechten Ernten und erachteten ihre Not und ihren Hunger als wichtiger als ihr Versprechen. Aber wie es in der Natur des Menschen liegt, nahmen sie aus dem Wald und aus dem Heiligen Hain nicht nur ein bisschen, sondern viel und ohne nachzudenken.
Damit erzürnten sie den Herrn des Waldes. Und er sprach eine Strafe aus: Sie sollten wie die wilden Tiere werden, so, wie sie sich benahmen. Sie sollten selbst zu wilden Tieren werden.
Aber wie Menschen sind, sie verstanden die Zusammenhänge leider nicht und sie fürchteten die wilden Tiere und sie fragten nicht den Herrn des Waldes, mit dem sie bisher ein Bündnis gehabt hatten, sondern gingen zu den Magiern im Turm.
Ein Großmeistermagier bot ihnen Schutz an, gegen eine Gegenleistung: Alle sieben Jahre sollte eine junge Frau aus dem Dorf als Magd zu den Magiern in den Turm gehen und nie zurückkommen. Die Dörfler hinterfragten diese nicht, denn das Dorf war nun vor allem Unbill geschützt.
Seitdem wurde die Lehre nicht umgesetzt und die Kraft der Strafe sammelte sich, wie in einem großen See. Alles staute sich durch das, was die Magier bewirkten.
Die Dörfler büßten nun schon seit sieben mal sieben Jahren, für eine Strafe, die damals jene traf, die gefrevelt hatten.
Sie sollten verstehen, was geschehen war und zu dem alten Pakt mit dem Herrn des Waldes zurückkehren. Und sie sollten verstehen, dass man für Fehler mit Strafen rechnen muss.

Der Pakt mit dem Herrn des Waldes lautete:
Ihr dürft im Wald jagen, aber nicht im Heiligen Hain hinter der Pferdekoppel.
Und nehmt niemals mehr vom Wald, als ihr braucht.

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Dem Großmeistermagus von Sandström widerfuhr großes Unrecht ...

(Aufgezeichnet von Wakanda:
Begegnung mit einem Geist, der sich an sie erinnerte und wollte, dass sie seine Worte aufschreibt und diese Geschichte verbreitet)

Der Geist des Großmeistermagiers Reto von Sandström kann sich an einen Sturz erinnern. Und es ist ein schreckliches Unrecht. Es war kalt und dunkel und da waren Leute und er hat Jahres seines Lebens geopfert. Und er wollte doch nur Lesen, Schreiben und Studieren. Seine ganze Kraft und Jahre seines Lebens hat er geopfert! Und er hat eine Frau über Jahre hinweg protegiert, damit sie ihre Forschungen betreiben konnte. Sie hieß Yridine. Sie wollte seine Geliebte werden. Aber ihn haben nur seine Forschungen interessiert und er wollte nur seine Ruhe.
Eridin hat ihn [von der Brüstung im Turm] gestürzt, sie allein. Sie hatte ihm versprochen, eine Lösung für das Problem zu finden, doch das hat sie nicht getan.
Der Geist des Großmeister ist  darüber aufgebracht, dass er als „der Böse” angesehen wird und ihm wurde Unrecht getan.
« Letzte Änderung: 16.Dezember.2019, 10:47:09 von Amhran »

Offline Alessariel

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Re: Geschichten vom Waldesrand 1 - zwei in-time Texte
« Antwort #1 am: 15.Dezember.2019, 22:11:12 »
Also die erste Geschichte finde ich sehr schön!

Die zweite.. also dass sind alles böse Gerüchte, und Yridine wollte nie die Geliebte des Magus werden (der war ja viel zu alt) und der Sturz war ein Unfall, der Boden war halt eisglatt und die Brüstung brüchig... (hat man ja gesehen, wie schnell so ein Turm einstürzen kann..) ;)

Offline Amhran

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Re: Geschichten vom Waldesrand 1 - zwei in-time Texte
« Antwort #2 am: 15.Dezember.2019, 23:36:21 »
@Alessariel, es kommt halt immer drauf an, wer die Geschichte erzählt und welche Sicht er*sie auf die Ereignisse hat ;)

Offline Heinrich

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Re: Geschichten vom Waldesrand 1 - zwei in-time Texte
« Antwort #3 am: 16.Dezember.2019, 09:29:38 »
Wieviel Wahrheit in einer Geschichte steckt, und wo sie darin zu finden ist, das darf ja in erster Instanz zunächst der Zuhörer entscheiden...
Lasst es mich so sagen:
GESCHICHTEN haben uns gelehrt, daß ruhelose Geister häufig ein berechtigtes Anliegen haben, wohingegen wir aus der GESCHICHTE wissen, daß Ansprachen, die von Balkonen herab gehalten werden, oftmals zu hinterfragen sind... 

 

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